Ende

So plötzlich und ungeplant, wie diese Reise begonnen hat, so plötzlich und unerwartet war sie auch schon vorbei. 

Es ging alles so schnell, dass keine Zeit zum schreiben blieb. Erst weil man den Rest noch genießen wollte, dann weil man erstmal wieder ankommen wollte und dann hatte man gleich wieder so viel vor - Familie, Freunde, Verpflichtungen.

Jetzt sind wir genau seit einem Monat wieder in Deutschland und der Blog war fast vergessen. Doch so einfach wollte ich ihn doch nicht mittendrin enden lassen. Schließlich wurde dieser Blog in den vergangenen 9 Monaten über 15.000 mal angeklickt und das von fast 1000 unterschiedlichen Menschen aus 37 verschiedenen Ländern, also 24 mehr, als wir besucht haben. Aber mehr als über diese Zahlen, habe ich mich über die vielen Mails und Nachrichten gefreut, die ich bekommen habe. 

Vielen Dank für all die Ratschläge, Glückwünsche und Anteilnahmen, wenn mal nicht alles Perfekt lief.

Da ich, überall wo ich hin komme, gefragt werde, welches Land mir denn am besten gefallen hat, möchte ich hier ein für alle mal die Antwort geben: Man kann es nicht sagen! Alle Länder sind schön auf ihre Weise und daher hier eine Award-Liste:

UAE - Wärmstes Land

Singapur - Freundlichste Menschen

Malaysia - Schönste Strände

Brunai - Kleinstes Land

Indonesien - Größtes Abenteuer

Thailand - Verrückteste Partys

Laos - Schönste Natur

Japan - Beste Waschkultur

Südkorea - Modernstes Land

Peru - Kulturellstes Land

USA - Vielseitigstes Land

Irland - Größter Lifestyle

GB - Vertrautestes Land

So, Tuck und ich versuchen jetzt mal ein richtiges Leben zu starten, mit Studium und Arbeit. Es war ein wundervoller Lebensabschnitt und ich freue mich, dass ihr uns hier begleitet habt.

Danke

Tags: ENDE

Fazit USA:

Erwartungen:

Als gefühlter Sozialdemokrat, der frühen 70er Jahre, bin ich natürlich erstmal amerikakritisch eingestellt gewesen, hat doch all des kapitalistische Unheil seinen geistigen Ursprung in Amerika.* Auch die Tatsache, dass man einen Fragebogen ausfüllen muss, um das “visumfreie” Einreisen zu ermöglichen, der unteranderem nach meiner Position im zweiten Weltkrieg abfragt, hat mein Bild nicht zum Positiven geändert. - Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube vor 70 Jahren nicht einen Amerikaner getötet zu haben, aber naja.*

Puh, hört sich jetzt schlimm an und total vorbelastet, ist aber gar nicht mal so, schließlich habe ich mit Tuck 2 Monate dort geplant, also habe ich mir auch ziemlich viel Spaß erhofft.

*bewusst überspitzt

Kosten:

Die Kosten waren eigentlich okay, ich habe im Durchschnitt nicht sehr viel mehr Geld ausgegeben, als in anderen Reisemonaten (auf das große Ganze bezogen). Natürlich ist es teurer als Peru, Malaysia und generell ist alles teurer als Laos, aber es hat auch kein japanisches Niveau.

Wohnen:

Wir haben uns in Amerika eigentlich immer bei Privatpersonen untergemietet und so ziemlich viel Geld gespart, was wir dann wiederum in die Ausflüge investieren konnten. Gelohnt hat sich da besonders der Monat, den wir bei Nubia in LA verbracht haben. Die Wohnsituation war demnach immer sehr schön, weil man sich ziemlich zu Hause gefühlt hat. Wobei ich als Norddeutscher und Praktikant bei Will Bau, die schreckliche Bausubstanz der amerikanischen Leichtbauhäuser anprangere.  

Sehenswürdigkeiten:

Central Park, Empire State, World Trade Center, Lady Liberty, Hollywood, Work of Fame, Bellagio, Venice Beach, Golden Gate, Castro Area, Staples Center, White House, sämmtliche Monuments, usw. 

Ganz viel gesehen, wobei mein persönliches Highlight ein Anti-Flag Konzert anlässlich des 20 Jährigem Bestehen der Band war.

Land:

Die Staaten sind ein verdammt großes Land und dementsprechend auch verdammt vielseitig; ziemlich cool. Überall wo man hinkam, konnte man andere Sachen bestaunen. 

Menschen:

An dieser Stelle möchte ich Menschen in Schubladen stecken:

1. Amerikaner sind verdammt freundliche Menschen, total hilfsbereit und immer nett. In Geschäften sind die Angestellten extrem serviceorientiert und man fühlt sich selbst in einem Megastore, wie beim Mühlen-Bäcker um die Ecke (oder Balzer, oder Scharbau, oder Allwörden…). 

2. Es gibt einen ziemlich großen Anteil an verrückten Menschen in Amerika und damit meine ich nicht die Sorte “Wow-voll-der-Lebenskünstler”-Verrückte, sondern wirklich verrückte. Menschen, die sich mit sich selbst lautstark oder (noch schlimmer) sich mit dir unterhalten wollen.

3. Polizisten - Polizisten sind ja generell auf der untersten Stufe, der Menschen, die man gerne auf der Straße trifft, aber in Amerika fühlt es sich dann doch noch einmal etwas mehr nach Überwachungsstaat an. 

Dieses Gefühl ist gänzlich vorbelastet, durch die Erlebnisse aus der ersten Nacht, die aber weiterhin bewusst totgeschwiegen wird. (An dieser Stelle merkt man, wie ich einen Mythos über diese beinahe legendäre Nacht kreiere.)

Infrastruktur:

Bis auf die Ost-West Verbindung, kann man Überlandbusse nur empfehlen. Ich weiß ja nicht, wie sich die Busse in Deutschland etabliert haben, aber generell eine schöne Art sich fortzubewegen.

Landschaft:

Carlifornien hat eine sehr schöne Landschaft - der Rest ist eher so lala. Viele Überlandleitungen, Einöde und Fabriken, aber wir haben auch nicht die typischen Trips in die Nationalparks gemacht.Diese Beurteilung beruht daher nur auf den Aussichten der Highwayfahrten.

Zusammenfassung:

Amerika begann total chaotisch und hat sich auch irgendwie nicht  sortiert. Zwei Monate waren eine verdammt lange Zeit und würde ich noch einmal eine Weltreise planen, würde ich die Zeit wo anders verbringen - noch mehr Asien oder auch Südamerika, oder Niklas in Ghana besuchen. 

Generell hatten wir aber auch viel Spaß mit Vanessa, Miri, Johanna, Ron, Sergei und den ganzen anderen Menschen.

Anmerkung:

Auch nach mehrmaligem Durchlesen, bin ich ziemlich unzufrieden mit diesem Bericht. Ich möchte ihn daher bewusst als schlechtesten Bericht dieses Blogs brandmarken und bitte ihn nicht zu ernst zu nehmen. 

Tags: USA Fazit
Manchester Hostel

Manchester Hostel

Tags: GB Wohnen

Die zwei Seiten von Belfast

Chew Pei Ying meinte in Singapur zu mir:

"Like a coin, everything in life has two sides. The difference is, that both sides of a coin are good, because it’s money."

An diese Lebensweisheit musste ich denken, als ich Belfast besucht habe. 

In Belfast gibt es diese eine Seite, die Seite einer modernen europäischen Stadt. Es gibt eine wundervolle Einkaufsstraße, in der Freilufttheater gespielt wird, eine Mall mit einer Gläsernen Kuppel von der aus man bis zum Meer schauen kann und das Titanic Museum, was so in etwa das aufwendigste Museum ist, dass ich je gesehen habe. 

Und dann gibt es da noch die andere Seite, die Seite in der sich Protestanten und Katholiken immer noch bekriegen und Terrorvereinigungen bei Entscheidungen ein Mitspracherecht haben. 

Um diese Seite zu besuchen mussten wir aus unserem irischen Auto aussteigen und in ein britisches Cap einsteigen, damit wir nicht angegriffen werden. 

Dann konnten wir die an Hauswände gemalten Hassbotschaften und heroisierenden Gemälde von Terroristen anschauen. Zudem haben wir eine, der über 80 Peacewalls besucht, die die realisierenden Bevölkerungsgruppen trennen. Diese sind bemalt, wie die Berliner East-Side-Gallery und auch ich hab mich zwischen all den Botschaften verewigt.

Der Konflikt, den man als Außenstehender, gar nicht wirklich verstehen kann, ist so tief in den Menschen verankert, dass Nachts die Straßen zwischen den Gebieten gesperrt werden. Diese Straßen müssen jeden Morgen gekehrt werden, weil nachts die Kinder und Jugendliche an den Toren stehen und sich Steine, Flaschen sowie Hassparolen an die Köpfe werfen.

Und eine Lösung ist nicht in Sicht.

Tags: Irland GB Erleben

Die eine Seite von Belfast.

Tags: Irland GB Erleben

Die eine Seite von Belfastndere

Tags: Irland GB Erleben

Alle Wege führen nach Rom. Nach London zwei.

Alles neigt sich dem Ende zu, komisch irgendwie. Jetzt ist man schon wieder in Europa. Auf dem Flughafen zeigt man einfach nur noch seinen Pass vor. Keine Hinterzimmerkontrollen von schwerbewaffneten Soldaten (Indonesien); Keine Ausreiseformulare, die man nicht verlieren darf (Singapur, Peru); Keine dummen Fragen, ob man Nazi war (USA); Einfach nur ein nettes “Welcome to Ireland”. 

Wir gewöhnen uns jetzt langsam wieder an Europa; an zu Hause. Dazu gehört auch, dass Tuck und ich das erste mal getrennte Wege gehen. 

Tuck ist bereits nach London geflogen, um sich dort mit Janina und Johanna zu treffen.

Ich bleibe bis morgen in Dublin, fahre dann mit der Fähre nach Wales, von dort aus mit dem Zug nach Manchester und komme dann am 10. auch nach London, um mit Sarah und Julian, den Abschluss, dieser viel zu kurzen Reise zu feiern.

Das Bier mit dem Tuckan

Wenn man an Irland denkt, denkt man an grüne Wiesen, Kobolde, Kleeblätter und Guinness - Oder andersrum, wahrscheinlich eher andersrum. Schließlich ist das Guinness Storehouse die meist besuchte Attraktion in Irland und so ließen auch wir es uns nicht nehmen, die Herkunft des sagenumwobenen Getränks zu erkunden.

Und das hat sich nicht nur wegen des Freibiers* gelohnt, sondern auch wegen einer super interaktiven Ausstellung und der Gravity Bar, in der man sein Guinness mit einer 360° Aussicht über den Dächern Dublins trinkt.

*Ich wurde bereits auf Facebook darauf hingewiesen, dass es sich um Guinness handelt und nicht um Bier, aber Freiguinness klingt ja auch blöd.

Tags: Irland erleben
Ein wundervolles Webfundstück

Ein wundervolles Webfundstück

Von Laughing Squid gerebloggt
Tags: weltreise

Nachholen, was einem zu steht

Es ist etwas her, da wurde gewählt, wohin unsere Studienfahrt gehen sollte. Es gab mehrere Ziele zur Auswahl, die von einigen SchülerInnen vorgestellt wurden. Zur Abstimmung standen schlussendlich: Rom, Barcelona und Dublin.

Ich hätte mit allen drei Zielen leben können, schließlich geht es bei der letzten Klassenfahrt darum Zeit mit den Menschen zu genießen, was wahrscheinlich überall funktioniert hätte.

Aber ich favoriesierte Dublin. Und es passierte, was selten passiert, mein Favorit gewann die Abstimmung - Vorerst, denn sofort wurden Stimmen laut, dass das Ergebnis ja unfair sei. Schließlich seien Rom und Barcelona beides schöne Ziele mit gutem Wetter. Ich verstehe es immer noch nicht, aber unsere Lehrerin ging dieser Argumentation nach und es wurde noch einmal gewählt, zwischen Dublin und Barcelona. Es kam wie es kommen musste Barcelona gewann. 

Ja, die Klassenfahrt nach Barcelona war schön. Ja, wir hatten alle sehr viel Spaß. Ja, auch in Barcelona konnte man feiern und es gab auch einen irisch Pub. Ja, aber ich empfinde das Ganze auch zwei Jahre nach der Studienfahrt noch als undemokratisch.

Wir hatten Regeln für die Wahl und es wurde sich nicht daran gehalten. Bei der Wahl eines Direktkandidaten, kann die SPD auch nicht sagen, dass der CDUler zwar gewonnen hätte, man nun aber nochmal wählen möchte und diesmal keiner von den Grünen oder der Linkspartei antreten darf.

Nun hole ich mir, was mir zusteht: Eine Woche Dublin.

Für Vanessa, Assia, Obi und allen anderen MitstreiterInnen.